10.02.2019 | Symposium No. 5 Autor: Admin

Zum fünften Mal fand am 29.Januar das Seminarfach-Symposium statt, bei dem Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe ihre Facharbeiten vorstellen.


Auch in diesem Jahr konnten die Referentinnen (sorry, Jonas und Fin, die Schülerinnen waren in der Überzahl. Bei der weiblichen Form ist aber die männliche mit gemeint.) unter Beweis stellen, dass im Rahmen des Seminarfachs Arbeiten von hoher Qualität entstehen. Besonders auffallend war bei diesem Symposium die rege Beteiligung der Jahrgänge 11 und 12, die als Zuhörer versammelt waren. Es ist den Rednerinnen zu verdanken, dass die lebhaften Diskussionen durch ihre Beiträge angeregt wurden.


Lotta Oelfke

Insbesondere die Vorträge von Lotta Oelfke und Tara Tomczak wurden leidenschaftlich kommentiert. Im Vortrag von Lotta ging es um den Konflikt zwischen dem Recht auf Spätabtreibung als behindert diagnostizierter Feten und dem im Grundgesetz gebotenen Anrecht auf Gleichbehandlung trotz etwaiger Beeinträchtigungen. Tara referierte über den Wandel der Medizinethik vom Eid des Hippokrates bis zum Genfer Ärztegelöbnis. Die Schülerinnen und Schüler griffen hierbei vor allem Taras Ausführungen zur Sterbehilfe auf.


Ging es in den genannten beiden Vorträgen um die Grenzen menschlichen Lebens, so war dieser Aspekt, in einem ganz anderen Zusammenhang, bereits im ersten Vortrag angeklungen. Fin Eckhoff und Jonas Michael stellten in ihrem Beitrag die Rolle Künstlicher Intelligenz beim Programmieren vor und zeigten interessante Beispiele. In der Diskussion drängte schnell die Frage in den Vordergrund, wie menschenähnlich technische Systeme werden können und welche Implikationen dies mit sich bringt.


Jantje Eilers

Dass im Anschluss Jantje Eilers eine sehr konkrete Fragestellung behandelte, ging schon daraus hervor, dass ihre Facharbeit sich auf eine sehr gewissenhafte empirische Untersuchung stützte, in der sie untersuchte, welchen Zusammenhang es zwischen der körperlichen Aktivität und dem Medienverhalten von Schülern am Mariengymnasium gibt. Jantje gelangte zu einem überraschenden Ergebnis: Sie konnte zeigen, dass in ihrer Untersuchung die gerne formulierte These »Viel Medienkonsum führt zu körperlicher Inaktivität« nicht nachzuweisen war.


Im Nachmittagsprogramm griffen die Referentinnen Problemkomplexe aus Film und Literatur auf. Shanice Trninić eröffnete den Programmteil mit einem Beitrag zu George Orwells bekannter Dystopie 1984, die seit der Wahl des amtierenden US-amerikanischen Präsidenten wieder in den Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit gerückt ist. Shanice zeigte überzeugend, wie Orwell bereits 1948 Entwicklungen antizipiert hatte, die heute unseren Alltag bestimmen. Insbesondere ging sie auf die Omnipräsenz von Kommunikationsmedien und die Entwicklung von Desinformations-Strategien ein.


Fast hitzig wurde die Diskussion im Anschluss an den nächsten Vortrag. Dass ein Beitrag zu Kinderliteratur die Gemüter derart in Wallung bringen würde, war zwar nicht zu vermuten, aber es spricht für das Thema, das Caroline Menker sich ausgesucht hatte. Sie sprach über geschlechtsspezifische Rollenklischees, die in der bekannten Kinderbuchserie »Conni« vorherrschen. Teile der Zuhörerschaft wiesen die Fragestellung als überzogen zurück und äußerten, dass der Feminismus als gesellschaftspolitischer Ansatz ohnehin grundsätzlich zu verwerfen sei (sinngemäße Übersetzung). Diese fundamentale Aussage löste natürlich und erfreulichermaßen ein kontroverse Debatte aus.


Mit »Split« aus dem Jahr 2016 behandelte Teresa Habben einen aktuellen Film. Sie untersuchte, ob der Film in seiner Darstellung multipler Persönlichkeiten wirklichkeitsgetreu ist. Bei der Auswahl dieser Fragestellung griff Teresa eine brisante Diskussion auf, wurde dem Regisseur und Drehbuchautor M. Night Shyamalan doch vorgeworfen, eine psychische Erkrankung zu nutzen, um reines Unterhaltungskino zu produzieren. Filme wie »Split« nähmen die Diffamierung der Erkrankten in Kauf.


Den Zuhörern und Zuhörerinnen des fünften Schüler-Symposiums wurde wieder einmal ein breit gefächertes Programm von bestens ausgearbeiteten Fachvorträgen geboten. Den Vortragenden ist es gelungen, die Schülerschaft zu offen geführten Debatten zu aktivieren und selbst wenn am Ende der Veranstaltung alle Teilnehmer sicher etwas erschöpft waren, bot das Symposium wieder einmal einen anregenden Blick auf Fragen der Wissenschaft jenseits von Lehrplänen und Abituraufgaben.