16.01.2019 | Alle Jahre wieder Autor: Julia Neumann (11b)

Ja, war wieder Weihnachtszeit! Man konnte schon lange nicht mehr in ein Einkaufszentrum gehen, ohne über Sterne und Schokoweihnachtsmänner zu stolpern und, dass auf einer Feier nicht „Last Christmas“ gesungen wurde, glich einem 6er im Lotto. Aber damit fing auch der alljährliche Geschenke-Horror an. Zunächst ging es erst einmal darum, an wen man überhaupt schenkt, denn obwohl es das Fest der Liebe ist, möchte man doch nicht zu viel ausgeben. Die Zahl der Geschenke wurde also so gut wie möglich beschränkt.

Bei der Tante aus Bayern fing es an. Zu ihr konnte man immer sagen, dass man ein ganz tolles Geschenk hat, es aber leider zu Hause vergas. In Wirklichkeit hat man natürlich nie eins gekauft und hoffte nur, dass sie vergisst, dass man ein Geschenk jemals erwähnt hat. Für die engsten Freunde ist es auch ziemlich einfach. Man kaufte einfach etwas zum Essen oder Konzertkarten mit der Bedingung, dass man mitgenommen wird. Aber als Letztes kam die absolute Herausforderung – die Eltern. Sie sagten zwar, dass sie nichts haben wollten, aber das war natürlich eine Lüge, eigentlich erwarteten sie nämlich ein kleines Präsent. Die jahrelange Erfahrung half beim Finden eines Geschenkes jedoch nicht. Aus den selbstgemalten Bildern, bei denen die Eltern immer nur halbherzig lächeln, ist man dann doch langsam herausgewachsen, von den Amazon-Paketen findet man nur noch die Rückversandbestätigung und diejenigen von Müller und Co. bringen auch nichts. Während man also nun überlegte, verging die Zeit ziemlich schnell, zu schnell.

Einen Tag vor Weihnachten wurde es dann richtig ernst. Da kam man schnell auf die eine Idee, Internetforen zu befragen. Tatsächlich gibt es bei den Websites manchmal einen guten Vorschlag, so wie in diesem Fall: Ein selbst gemachter Eierlikör. Leider kam beim Kochen nicht mehr raus als eine versaute Küchenwand. Zugegeben, die Zeit wurde nun immer knapper. Es bleibt also nur noch eine allerletzte Lösung: Man verschenkte Gutscheine. Hier boten sich z. B. Gutscheine für eine Umarmung, einmal Spülmaschine ausräumen, Staubsaugen etc. an. Man hat Gutscheine zwar schon die letzten 5 Jahre geschenkt, außerdem auch zum Vater- und Muttertag, aber das fällt bestimmt nicht auf. Jetzt muss man nur noch beten, dass die Gutscheine 2019 niemals eingelöst werden.

Julia Neumann (11b)